Zinskommentar Oktober 2018

Entwicklung der Wirtschaft

Deutschland:

Das GfK Konsumklima für Oktober hellte sich leicht auf, und zwar von 10,5 auf 10,6. Die Inflation beschleunigte sich im September unerwartet deutlich auf eine Rate von 2,3 % (ggü. Vorjahr), nach zuvor 2,0 %. Die Arbeitslosenzahl sank im September um 23 Tsd. (ggü. Vormonat; saisonbereinigt), nach -10 Tsd. im August. Es war der stärkste Jobzuwachs seit Dezember 2017. Ein Gipfeltreffen zwischen Bundesregierung und Autoindustrie zur Diesel-Problematik und der möglichen Hardware-Nachrüstung von Altfahrzeugen blieb ohne konkretes Ergebnis. Die Bundesregierung kündigte eine Entscheidung für Montag, den 1. Oktober an. Die Industrie wehrt sich gegen eine verbindliche Nachrüstung und will Kaufanreize für Neufahrzeuge.

China:

Der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe (Caixin) sank im September von 50,6 auf die Expansionsschwelle von 50,0 Punkten und damit stärker als erwartet. Es ist der niedrigste Stand seit Mai 2017.

USA:

Das Verbrauchervertrauen (CB) kletterte im September von 134,7 auf 138,4 und markierte damit das höchste Niveau seit September 2000. Die Neubauverkäufe stiegen im August um 3,5 % (ggü. Vormonat), nach -1,6 % im Juli. Die Notenbank hat ihr Zielband für den Tagesgeldsatz erwartungsgemäß um 25 Bp auf 2,00 % - 2,25 % angehoben. Die FOMC-Medianprojektion für den Tagesgeldsatz per Ende 2018 und Ende 2019 blieb jeweils unverändert, die Fed signalisiert somit einen weiteren Zinsschritt für das laufende und insgesamt drei Anhebungen für das kommende Jahr. Die Auftragseingänge langlebiger Wirtschaftsgüter erhöhten sich im August um 4,5 % (ggü. Vormonat), nach -1,7 % im Juli.

Swap-Chart September 2018

 

Aktuelles aus dem Finanzsektor 

Ereignisse:

Die EZB hat in der Woche zum 21. September (KW 38) Anleihen des öffentlichen Sektors im Volumen von 5,2 Mrd. Euro (seit März 2015: 2.076 Mrd. Euro) gekauft. Sie erwarb zudem Unternehmensanleihen im Volumen von 1,0 Mrd. Euro. EZB-Chef Draghi überraschte mit „hawkishen“ Tönen zur Inflation, wonach der unterliegende Preisdruck im Euroraum relativ „lebhaft“ ansteigen dürfte. Die EZB nimmt hierbei Bezug auf eine zunehmend angespannte Lage am Arbeitsmarkt. Die Konjunkturrisiken sieht die Notenbank weiterhin als im Wesentlichen ausgewogen an. Bezüglich des anhaltenden Ölpreisanstiegs zeigte sich die EZB relativ entspannt, dieser stellt gemäß dem aktuellen Wirtschaftsbericht bis dato keine Gefahr für den Aufschwung der privaten Konsumausgaben dar. Die BIZ blickt in ihrem aktuellen Quartalsbericht mit Sorge auf eine Überbewertung an den Finanzmärkten und leitet hieraus das Risiko ab, dass es „früher oder später“ erneut zu heftigen Börsenturbulenzen kommt. Die Geldmenge M3 wuchs im August um 3,5 % (ggü. Vorjahr), nach 3,9 % im Juli. Das Wachstum der Kreditvergabe an den Privatsektor lag wie im Vormonat bei 3,0 %.


Quellen: fdi / dpa / Reuters / Marktüberblick LBBW Research / Chart: Handelsblatt
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