Zinskommentar Januar 2019

Entwicklung der Wirtschaft

Deutschland: 

Das ifo Geschäftsklima ist im Dezember zum vierten Mal in Folge gesunken, und zwar von 102,0 auf 101,0. Während die Erwartungen von 98,7 auf 97,3 und damit den niedrigsten Stand seit November 2014 absackten, trübte sich die Einschätzung der aktuellen Lage von 105,5 auf 104,7 ein. Die Inflation hat sich im Dezember stärker als erwartet verlangsamt, und zwar von 2,3 % auf 1,7 % (ggü. Vorjahr). Im Jahresdurchschnitt 2018 betrug die Teuerung damit 1,9 %.

Eurozone:

Das Verbrauchervertrauen sackte im Dezember von -3,9auf -6,2 ab (niedrigster Wert seit Februar 2017).•Die Inflation verlangsamte sich im Dezember auf eine Rate von 1,6 % (ggü. Vorjahr), nach 2,0 % im November. Auslöser hierfür waren stark sinkende Energiepreise, die Kernrate verharrte dagegen bei 1,0 %.

China:

Der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe (Caixin) sank im Dezember von 50,2 auf 49,7 und notiert damit erstmals seit Mai 2017 unter der sogenannten Expansionsschwelle von 50 Punkten. Der Index für den Dienstleistungssektor verbesserte sich dagegen überraschend von 53,8 auf 53,9. Die Notenbank senkte die erforderliche Mindestreservequote für Großbanken von 14,5 % auf 13,5 %.

USA:

Die Baubeginne legten im November stärker als erwartet zu, und zwar um 3,2 % (ggü. Vormonat), nach -1,6 % im Oktober. Die Baugenehmigungen stiegen um 5,0 %, nach -0,4 % im Vormonat. Der ISM Index für das Verarbeitende Gewerbe brach im Dezember von 59,3 auf 54,1 ein (tiefster Stand seit November 2016). Der Arbeitsmarktbericht für Dezember lieferte eine positive Überraschung, denn der Stellenaufbau beschleunigte sich auf 312 Tsd., nach 176 Tsd. im November. Die Stundenlöhne kletterten um 0,4 % (ggü. Vormonat), nach +0,2 % im November.

Swap-Chart Dezember 2018

 

Aktuelles aus dem Finanzsektor 

Ereignisse:  

Die Netto-Anleihekäufe der EZB im öffentlichen Sektor beliefen sich in der Woche zum 14. Dezember (KW 50) auf 4,5 Mrd. Euro (seit März 2015: 2.105 Mrd. Euro). Die EZB erwarb zudem Unternehmensanleihen im Volumen von 0,5 Mrd. Euro. Laut aktuellem EZB-Wirtschaftsbericht bekräftigt die Notenbank ihre Einschätzung, wonach der Konjunkturaufschwung weiter intakt sei. Die jüngste Abkühlung stelle dessen Grundlagen nicht infrage. Die EZB zeigt sich indes besorgt wegen der hohen staatlichen Schuldenstände in einigen Euroländern und mangelndem Konsolidierungseifer. Im nächsten Konjunkturabschwung habe die Fiskalpolitik daher nur begrenzten Handlungsspielraum. Die EZB hat die italienische Sparkasse Banca Carigenach einer gescheiterten Kapitalerhöhung unter Zwangsverwaltung gestellt. Die Geldmenge M3 wuchs im November um 3,7 % (ggü. Vorjahr), nach 3,9 % im Oktober. Das Wachstum der Kreditvergabe an den Privatsektor verlangsamte sich leicht, und zwar von 2,8 % auf 2,7 %.

 

 


Quellen: fdi / dpa / Reuters / Marktüberblick LBBW Research / Chart: Handelsblatt
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