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Zinskommentar Januar 2012 -- Zinsen weiterhin auf Rekordtief-Niveau
Auch über den Jahreswechsel hat sich, wie von uns prognostiziert, die Phase extrem billigen Baugelds fortgesetzt; und zwar mit einem tagesaktuellen Einstand für 10-jährige Mittel von 2,55% im Rahmen des DGZF-Index.
Der DGZF-Index bildet die Pfandbriefrenditen der Deka-Bank und der Landesbanken ab. Diese Pfandbriefe dienen der Refinanzierung von Immo-biliendarlehen und sind damit ein Indikator für die Zinsentwicklung beim Baugeld.
Die Interhyp kommentiert die aktuelle Zinsentwicklung wie folgt: „Im abgelaufenen Jahr 2011 hat die Wohnungswirtschaft in Deutschland massiv von der Schuldenkrise in Euroland profitiert und Vorteile aus der Tatsache ziehen können, dass deutsche Bundesanleihen von internationalen Investoren als letzter Hort der Sicherheit innerhalb des Euroraumes gesehen werden. Die wirtschaftliche Stärke Deutschlands und die vermeintliche Haushaltsdisziplin lassen daher deutsche Bundesanleihen als letztes gutes Risiko erscheinen und die hohe Nachfrage hat die Renditen von zehnjährigen Bundesanleihen unter 2% und die Verzinsung von einjährigen Staatstiteln auf nahe 0% fallen lassen. Bei einer gleichzeitig vorherrschenden Inflationsrate von rund 2,5% wird jedoch klar, dass diese Zinsniveaus derzeit weniger von rationalen Überlegungen der Investoren als vielmehr von Angst und Panik über die Zukunft des Euroraumes getrieben werden. Die Investoren akzeptieren bewusst eine deutlich negative Realverzinsung, um eventuelle Kapitalverluste aus Engagements in schwächeren Ländern zu vermeiden. So lange die Marktteilnehmer die Lösungsversuche der europäischen Politiker als unzureichend bewerten, bleibt es bei einer Zinslandschaft, die den eigentlichen ökonomischen Fundamentaldaten in den Mitgliedsländern überhaupt nicht entspricht, ja sogar diametral entgegensteht. Das derzeit konjunkturell starke Deutschland hat viel zu tiefe Kapitalmarktzinsen und die mit Rezession kämpfenden Südländer und Frankreich sehen sich aus ihrer Sicht viel zu hohen Kapitalmarktzinsen gegenüber.
Die Notenbank muss das System am Laufen halten, um den Kollaps zu vermeiden. Die ihr zur Verfügung stehenden Mittel sind Geld zu drucken und die Zwischenfinanzierung der Staaten sicherzustellen. Dazu wird sie die Leitzinsen tief halten und mehr und mehr Staatsanleihen schwacher Länder aufkaufen. Wir gehen also davon aus, dass die EZB die Schleusen öffnen wird. Dann sollte es zu fallenden Zinsen in den Krisenländern führen, während die Zinsen für längere Bundesanleihen vorerst deutlich steigen könnten, da viele Investoren ihre spekulativen Positionen „Short Krisenländer – long Bundesanleihen“ schließen und die Belastungen für Deutschland über Transferleistungen in den folgenden Jahren drastisch zunehmen würden. Das könnte auch zu einem deutlichen Anstieg der Baugeldkonditionen in Deutschland im Laufe des ersten Halbjahres 2012 führen.
Somit bleibt es vordringliche Aufgabe, das aktuelle Zinsniveau zu nutzen, um die Darlehensportfolien der Wohnungswirtschaft per heute langfristig zinsgünstig abzusichern.